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Geschichte des Bündner Monatsblattes

 
   

Chronik der wohl ältesten Zeitschrift Graubündens

Gegründet 1850 von einem Kreis von Honoratioren, darunter Leonhard Herold, Vincenz Planta, Rektor Peter Kaiser und Otto Carisch. Der Untertitel lautete: "Zeitschrift für Erziehungs-, Armenwesen und Volkswirtschaft".

1870/71 erschien das Monatsblatt unter dem ambitionierten Haupttitel "Volksblatt, Schweiz. Zeitschrift für Volkswirtschaft und Volkskunde". Es wurde zum Organ des landwirtschaftlichen Vereins erklärt, aber auch die "unterhaltende und wissenschaftliche Lektüre" (Pieth) sollte nicht zu kurz kommen. Die Herausgeber sahen es in der Tradition der populärwissenschaftlichen Zeitschriften wie des alten und neuen "Sammlers" um die Jahrhundertwende des 18./19. Jahrhunderts - "ein Organ des Bündnerischen Kulturlebens überhaupt..." (die Herausgeber). Es war sogar vorgesehen, alle vierzehn Tage zu erscheinen! Das Vorhaben scheiterte. Im Frühling 1872 hätte die Zeitschrift in neuer Gestalt erscheinen sollen, dazu kam es aber nicht.

1881 gab von Staatsarchivar Meisser das Monatsblatt wieder neu heraus. Meisser wollte wieder an den Zielen von 1850 anknüpfen. Das Monatsblatt sollte wieder Sammelorgan sein für die wissenschaftlichen und gemeinnützigen Vereine im Kanton. Zudem war es auch die Publikation der neu ins Leben gerufenen Sammlungen wie der Bibliothek der Kantonsschule, der Vorläuferin der Kantonsbibliothek, und dem "Naturalienkabinett" und der historisch-antiquarischen Sammlung, aus denen das Rätische Museum und das Natur-Museum hervorgingen. Auch die "Bündnerchronik" der ersten Phase wurde wieder übernommen. Meisser klagte über zu wenige und zum Teil nicht zuverlässige Mitarbeiter; er musste bereits nach einem Jahr wieder kapitulieren.

Meisser gab nicht auf: 1896 startete er das Monatsblatt neu mit den gleichen Zielen, diesmal mit zahlreichen Mitarbeitern. Das Blatt erschien sieben Jahre lang und "erfreute sich ...einer guten Aufnahme" (Pieth). Mitten im Jahrgang 1904 aber ging es wieder ein. Das Monatsblatt wurde ein Opfer der Konkurrenz, der von einem Castieler Pfarrer redigierten "Rhätia", die in Schiers einen Monat nach der letzten Nummer des Monatsblattes erschien, aber - wie Pieth schreibt - "ohne es zu ersetzen". Nach zwei Jahren verschwand auch die "Rhätia" von der Bildfläche.

1914 nahm Friedrich Pieth die Herausgabe wieder an die Hand, denn das Monatsblatt war vermisst worden. Seither ist es ohne Unterbruch erschienen! Pieth publizierte in der ersten Nummer 1914, die bei Victor Sprecher in Chur erschien, ein "Arbeitsprogramm", das auch heute noch gelten kann. So erwähnt er neben verschiedenen Disziplinen der Geschichte auch Literatur- und Sprachgeschichte, Kunst und geselliges Leben, darunter auch ausdrücklich "Baukunst, einzelne Bauten und deren Geschichte" dazu "Natur und Heimatschutz" sowie alle Bereiche der bildenden Kunst. Weiter nennt Pieth auch soziale Themen, Reisebeschreibungen und Biographien. Die Monatschronik zum politischen und kulturellen Leben hatte danach Jahrzehnte lang Bestand; die Chronik wurde erst 2002 aufgegeben. Bereits 1914 kündigte Pieth ein Mal jährlich ein "Verzeichnis der in der Kantonsbibliothek im Laufe eines Jahres gesammelten Literatur" an. Das entspricht fast genau der Bündner Bibliographie von heute. Beim Monatsblatt gibt es somit im Vergleich zu 1914 nichts neues, nur, das breite Programm Pieths wurde in der Folge von den Redaktionen mit unterschiedlicher Treue befolgt.

Das Monatsblatt erschien bis 1957 monatlich, dann noch "gemischt" monatlich und zweimonatlich mit Doppelnummern und seit 1988 noch in sechs Ausgaben pro Jahr. Nun, ab 2003, sind wir - mit erweitertem Umfang - bei fünf Ausgaben angelangt.

Redaktion
Friedrich Pieth, der "Vater" des heutigen Monatsblattes, redigierte es bis 1951. Ihm folgte bis 1960 Rudolf Tönjachen. Ab 1961 betreute eine Redaktionskommission das BM, Redaktor war Christian Padrutt bis zu seinem Tod 1975. Seit 1961 gehörten Paul Jörimann, Bruno Hübscher und Carl Eggerling der Redaktionskommission an, ab 1976 auch Remo Bornatico. 1982 redigierten Otto Clavuot und Bruno Hübscher das BM, 1985 bis 87 auch wieder Carl Eggerling. 1987 wurde eine neue Redaktion durch den Verlag bestimmt: Urs Waldmann und Pieder Caminada. 1988 kam Jürg Siomonett vom Verein für Bündner Kulturforschung dazu. Ab 1991 bis 2000 waren Urs Waldmann und Jürg Simonett für die Redaktion verantwortlich. Die Jahrgänge 2001 und 2002 redigierte eine Übergangsredaktion des Vereins für Bündner Kulturforschung: Florian Hitz, Yvonne Kocherhans, Adrian Collenberg, Esther Krättli. Ab Anfang 2003 wurde die Redaktion durch die neuen Herausgeberschaft (Verein für Bündner Kulturforschung VBK und Bündner Heimatschutz BHS) neu strukturiert. Redaktor ist Florian Jörg, unterstützt durch Mitarbeiter/innen der VBK und des BHS: Hans Domenig, Florian Hitz, Yvonne Kocherhans, Ludmila Seifert. Die Gruppe der redaktionellen Mitarbeiter/innen kann je nach Thema erweitert werden.

Verlag und Herausgeber
Im 19. Jahrhundert hatten die Druckereien oft gewechselt. Von 1914 bis 1997 erschien das Monatsblatt im gleichen Verlagshaus: Sprecher, Sprecher -Eggerling, Gasser-Eggerling, Gasser, Condrau. Am 1. August 1997 übernahm die Casanova Druck und Verlag AG die Produktion des Bündner Monatsblatts.

Seit 1988 ist der Verein für Bündner Kulturforschung Herausgeber des BM. Der VBK ist seither massgeblich an der Redaktion beteiligt. Das Format wurde 1988 etwas vergrössert und das Erscheinungsbild modernisiert. Ab 2003 ist der Bündner Heimatschutz BHS Mitherausgeber. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei den Herausgebern, Produktion und Marketing beim Verlag. 2003 wird nun das Monatsblatt neu gestaltet - es erscheint aber im alten Format - und nun in Richtung Baukultur erweitert, wie schon die erste Nummer zeigt. Wieder ist eine einzelne Person Redaktor. Er wird unterstützt durch redaktionelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das uralte Problem schon des 19. Jahrhunderts, genügend Autoren zu finden, soll so entschärft werden. Es ist erstaunlich, wie gross die inhaltliche Kontinuität beim Monatsblatt ist und auch weiterhin sein wird. Verlag und Herausgeber sind überzeugt, dass eine populärwissenschaftliche historisch-kulturelle Zeitschrift mit vertiefenden, gut recherchierten, nachhaltig brauchbaren Beiträgen auch weiterhin ihr Publikum finden wird.

Georg Jäger

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