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Detailinformation
Artikelname: QBG Bd 25: Il mund sutsura - Die Welt steht Kopf
Kategorie: Staatsarchiv Graubünden
Unterkategorie: Quellen und Forschungen zur Bündner Geschichte (QBG)
Artikel-Nummer: 409-9
Verkaufspreis: SFr. 55.00
   
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Die vorliegende Studie untersucht am Beispiel der oberen Surselva die Reaktionen der alpinen Peripherie auf den Einbruch der Moderne im 19.Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen dabei die handlungsleitenden Denkmuster und mentalen Orientierungshorizonte der regionalen politischen Akteure.

Die Moderne - so die Argumentation aus der Innensicht - stelle die traditionellen Strukturen,
die im fragilen Alpenraum das Überleben erst ermöglichten, gleichsam "auf den Kopf".
Deshalb sei der vermeintliche "Fortschritt" der Moderne in Wirklichkeit ein Rückschritt. Aus
der Sicht des aufgeklärten und modernen "Unterlandes" hingegen stiess gerade der
scheinbar irrationale Konservatismus des "Oberlandes" auf Unverständnis.

Empirisch fassbar wird dieser Antagonismus in Konfliktsituationen, in denen vormoderne
(resp. antimoderne) und moderne Denkmuster aufeinandertreffen. Im Sinne einer
Kulturgeschichte des Politischen markieren denn auch drei regionale politische Ereignisse
den zeitlichen Rahmen der vorliegenden Untersuchung: der Widerstand gegen die
französischen Revolutionstruppen im Jahr 1799, die konspirative Zusammenarbeit mit dem
Sonderbund im Jahr 1847 und die Ilanzer "Lehrmittel-Landsgemeinde" von 1900.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit liegen auf den drei Phasen, die sich bei diesem
Modernisierungskonflikt erkennen lassen. Die Zeit bis zum Inkrafttreten der Bundesverfassung von 1848 und der Kantonsverfassung von 1854 ist geprägt von einem mit Waffengewalt geführten Abwehrkampf gegen das Eindringen der Moderne in die alpine Peripherie. Während einer bisher von der Wissenschaft wenig beachteten Zwischenphase (1850 bis 1870) lassen sich sodann Bestrebungen ausmachen, von externen Entwicklungen der Moderne zu profitieren oder spezifisch auf die Region zugeschnittene Modernisierungskonzepte umzusetzen. Aus einem Zwangskonservatismus heraus entstand schliesslich nach 1870 eine nach rückwärts orientierte mentale Gegenwelt, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein überdauern sollte.

Die Abhandlung verfolgt zwei Hauptziele: Zum einen untersucht sie die Gründe für das
Widerstandsverhalten in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts und erklärt aus der Innenperspektive der alpinen Peripherie die in Erscheinung tretenden vorwiegend vormodernen Denk- und Handlungsmuster. Zum anderen wird der entschieden konstruktivistische Charakter der Entwicklungen nach 1870 aufgezeigt und somit einer heute noch verbreiteten Sichtweise entgegengesetzt, die sie unkritisch als statisch verstandenen Traditionalismus auffasst.

Ivo Berther
Alpine Peripherie und Moderne am Beispiel der Landsgemeinde Disentis 1790-1900
XVI + 523 Seiten
ISBN: 978-3-85637-409-9
Kommissionsverlag Desertina
CHF 55.- / ¤ 36.-
Neuerscheinung Dezember 11



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