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Gautschen bei Casanova
 

«Packt an!», ruft Gautschmeister Markus Sulser seinen Packern auf dem Pfisterplatz zu. Diese treten in Aktion, setzen Marco Bäni, der seine vierjährige Lehre als Polygraf bei der Casanova Druck und Verlag in Chur mit der hervorragenden Noten 5.1 abgeschlossen hat, auf einen nassen Schwamm und werfen ihn, wie es die Tradition will, in den Pfisterbrunnen.

Das Gautschen ist ein alter Buchdruckerbrauch, bei dem ein Auszubildender nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einem Trog oder Brunnen untergetaucht wird. Zu einem Gautschakt gehören neben dem Gäutschling der Gautschmeister, der erste und zweite Packer so wie der Schwammhalter. Meist gibt es noch eine unterschiedliche Zahl an Zeugen oder mehrere Packer, die auch auf dem Gautschbrief ihre Anwesenheit durch Unterschrift bekunden. Nass geht es auch heute noch zu wenn gegautscht wird. Aber nicht nur der Täufling wird nass, sondern oft auch die Packer und die Zuschauer.


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