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Gautschen einer Polygrafin
 

Nach Abschluss der Lehre werden die neuen Angehörigen der Schwarzen Zunft gegautscht. Das Gautschen für Melanie Gerber, welche erfolgreich die vierjährige Lehre als Polygrafin abgeschlossen hat, fand am Freitag, 27. Juni 2008, in der Churer Poststrasse statt. Melanie Gerber wurde in einem Palettenrahmen zum Brunnen des Graubündner Kantonalbank gefahren und zuerst in einer Zeremonie durch Gautschmeister Patrick Gimmi (Leiter Druckerei) begrüsst und dann in den Brunnen geworfen.

Das Gautschen - ein alter Buchdruckerbrauch
Das Gautschen ist ein alter Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen Schwamm gesetzt wird.
Dazu eine Beschreibung aus dem 17. Jahrhundert: "Wolan es muss das groben Schwein/Mit sonderm Fleiss behobelt seyn/ Knecht/ Hilff mir lustig machen." Und nachdem bereits einiger Schabernack getrieben worden war: "Nun ist er heraus der böse Zahn/ Gib die Pommad' her mein Compan/ Den Bart ihn anzustreichen: Auf dass dem schönen Jungfern-Knecht Ein jeder mög' ansehen recht/ Die Hund' ihn auch beseichen".
Zu einem Gautschakt gehören neben dem Gäutschling (auch "Kornut" genannt) der Gautschmeister, der erste und zweite Packer so wie der Schwammhalter. Meist gibt es noch eine unterschiedliche Zahl an Zeugen oder mehrere Packer, die auch auf dem Gautschbrief ihre Anwesenheit durch Unterschrift bekunden. Nass geht es auch heute noch zu wenn gegautscht wird. Aber nicht nur der Täufling wird nass, sondern oft auch die Packer, Zuschauer und auch Ehrengäutschlinge, welche vorher nichts von ihrem "Glück" wissen.
Auf den Ruf des Gautschmeisters «Packt an!» wird der Gäutschling gefasst, in eine mit Wasser gefüllte Wanne oder, wenn man es weniger drastisch machen will, auf einen mit Wasser vollgetränkten Schwamm gesetzt. Bei manchen Druckereien wird zur Taufe auch ein in der Nähe des Betriebes liegender Brunnen herangezogen. Jedenfalls muss zumindest dafür gesorgt werden, dass das Hinterteil gehörig angefeuchtet wird. Da aber der Jünger sich oft tapfer wehrt, um sich schlägt und beisst, gelingt das Anpacken oft nicht immer auf den ersten Angriff. Je mehr er sich wehrt, desto mehr wird er auch noch von oben herab begossen, sodass der Jünger am ganzen Körper pudelnass wird. Gelegentlich wird das Gautschen auch als symbolische Massnahme betrachtet, um die schlechten Gewohnheiten aus der Lehrzeit abzuwaschen.
Während des Gautschens hält der Schwammhalter eine launige Ansprache an den Jünger und das umstehende Publikum. "PACKT AN! LASST SEINEN CORPUS POSTERIOR UMFALLEN AUF DIESEN NASSEN SCHWAMM / BIS TRIEFEN BEIDE BALLEN. DER DURSTGEN SEELE GEBT EIN STURTZBAD OBEN-DRAUF / DAS IST DEM SOHNE GUTENBERGS DIE BESTE TAUF"
In einem anderen Gautschbrief aus Bern um 1900 heisst es: "Den alten Kunstgebrauch zu ehren, Thät er sich weder sträuben noch wehren. Erhielt die üblichen drei Stösse auf den Arsch. Und zappelte dabei wie ein Barsch. Darauf bezahlte er blank und bar Das altbekannte Gautschhonorar."
(Angaben aus Wikipedia, Online Enzyklopädie)

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